Haina. Mit 15 Teilnehmenden, zahlreichen Fachvorträgen sowie wissenschaftlichen Postern waren die Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie Gießen und Haina auf einem internationalen Fachkongress im finnischen Helsinki so stark vertreten wie kaum eine andere Klinik. Die Delegation zog eine durchweg positive Bilanz: Sämtliche Beiträge stießen auf großes Interesse, waren gut besucht und führten zu zahlreichen Gesprächen mit Fachkolleginnen und -kollegen aus aller Welt. Gastgeber der Tagung war die Vereinigung IAFMHS (International Association of Forensic Mental Health Services). Jährlich nutzen Mitarbeitende der Kliniken um die Ärztlichen Direktoren Dr. Beate Eusterschulte (Gießen) und Dr. Sven Krimmer (Haina) die Gelegenheit, sich mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen. Die Vorträge deckten ein breites Themenspektrum ab – von ethischen Fragestellungen in der Pflege über Medikation bis hin zur Evaluation in der klinischen Praxis. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf praxisnahen Ansätzen und deren Nutzen für den klinischen Alltag. Neben medizinischen und pflegerischen Themen wurden auch schulische Perspektiven vorgestellt.
Die Teilnehmenden von Vitos Haina stellten fest, dass ihre Themen auf großes Interesse stießen und Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch entstanden. Der intensive Dialog mit internationalen Expertinnen und Experten bot wertvolle Einblicke in unterschiedliche Gesundheitssysteme und die Weiterentwicklung der forensischen Psychiatrie. Dabei wurde deutlich, dass die Forensik in einigen Ländern noch im Aufbau ist, während andere bereits auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen können. Neben wissenschaftlichen Themen standen auch aktuelle Herausforderungen im Mittelpunkt der Gespräche. Dazu zählen die zunehmende Komplexität psychiatrischer Erkrankungen sowie Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Ausländerrecht.
Für die Delegation von Vitos Haina war der Kongress damit nicht nur eine Gelegenheit, eigene Forschung und Praxis zu präsentieren, sondern auch das internationale Netzwerk weiter auszubauen. „Der internationale Austausch zeigt uns, dass viele Einrichtungen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und voneinander profitieren können“, sagt Dr. Sven Krimmer. „Gerade deshalb ist es wichtig für uns, regelmäßig auch international den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen zu suchen.“
Neben dem fachlichen Programm blieb zudem etwas Zeit, die Gastgeberstadt Helsinki kennenzulernen. Im Rahmen der Tagung wird jährlich eine nach Rüdiger Müller-Isberner benannte
Auszeichnung vergeben. Der langjährige Ärztliche Direktor der Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie Gießen und Haina gehört zu den Gründungsmitgliedern der IAFMHS. Diesjährige Preisträgerin ist Prof. Linday Thomson aus Großbritannien.
Hintergrund
Die Organisation IAFMHS fördert den Austausch von Wissen und Forschungsergebnissen im Bereich der forensischen Psychiatrie und strebt die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen an, die mit dem Strafrechtssystem in Berührung kommen. Sie gründet sich auf der Überzeugung, dass Probleme, die sich aus der Interaktion zwischen Recht und psychischer Gesundheit ergeben, am besten durch multidisziplinäre und länderübergreifende Ansätze unter Einbeziehung von Recht, Gesundheitsberufen, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften angegangen werden können.




